Mitteilungen - Wirtschaft und Verkehr

StGB NRW-Mitteilung 797/2006 vom 13.11.2006

Studie zur Mobilitätsentwicklung bis 2050

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat eine umfassende Studie mit dem Titel „Szenarien der Mobilitätsentwicklung unter Berücksichtigung von Siedlungsstrukturen bis 2050“ erstellen lassen. Die Studie unternimmt erstmals den Versuch, eine Abschätzung der langfristigen Tendenzen der Mobilität über einen so langen Zeitraum und unter Berücksichtigung von Demographie, Siedlungsstrukturen und regionaler Wirtschaft anzustellen.

Die Untersuchung arbeitet mit den drei Regionstypen „wachsend“ (Konzentration in Süddeutschland), „mittel“ (Konzentration in Nord-West-Deutschland) und „schrumpfend“ (Konzentration in Ostdeutschland) sowie den zwei Szenarien „Gleitender Übergang“ und „Dynamische Anpassung“. Im Szenario „Gleitender Übergang“ steigen die Verkehrspreise mit dem 1,5fachen der allgemeinen Inflationsrate, während Veränderungen in der Siedlungsstruktur moderat bleiben. Im Szenario „Dynamische Anpassung“ steigen die Verkehrspreise hingegen mit dem 2fachen der allgemeinen Inflationsrate überproportional an. Auch die Siedlungsstruktur verändert sich, weil angenommen wird, dass die Bevölkerung in Bezug auf ihre Wohnstandortwahl schneller und stärker auf Verkehrspreise reagiert.

Gemeinsamkeiten der Szenarien liegen in der demographischen Entwicklung gemäß den Erkenntnissen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, in einer zunehmenden Führerscheinbesitzquote und Altersmobilität sowie einer nachholenden Motorisierung der Frauen und in der Annahme der Veränderung des Bruttoinlandproduktes sowie der Projektion der regionalen Einkommen und Erwerbstätigen entsprechend der Annahme des Institutes für Wirtschaftsforschung in Halle. Sieben wesentliche Ergebnisse werden in der Kurzfassung der Studie dargestellt:

1. Veränderungen des Verkehrsgeschehens bleiben überschaubar.
2. Das Verkehrsaufkommen, ausgedrückt in der Zahl der Wege über alle Verkehrsarten sinkt infolge der rückläufigen Bevölkerungszahlen zwischen 4 % und 7 %.
3. Es sind deutliche Verschiebungen der Altersstruktur der Verkehrsteilnehmer und deutliche Differenzen zwischen den Regionstypen sowie zwischen ländlichen und städtisch geprägten Räumen zu erwarten.
4. Der motorisierte Individualverkehr bleibt der dominierende Verkehrsträger.
5. Die Verkehrsleistung in Personenkilometern pro Tag wird bis zum Jahr 2030 in jedem Falle ansteigen, gegebenenfalls auf bis zu 42 km (heute 36 km je Einwohner und Tag) im Jahr 2050.
6. Die mittleren Reiseweiten im motorisierten Individualverkehr werden im Szenario „Dynamische Anpassung“ stagnieren.
7. Der Anteil des Fußgänger- und des Fahrradverkehrs wird im Wesentlichen unverändert sein, allerdings wird sich die Altersstruktur der Verkehrsteilnehmer auch hier verändern; kennzeichnend wird der wachsende Anteil älterer Menschen sein.

Der Schlussbericht kann als pdf-Datei aus dem Internet herunter geladen werden. Der Bericht findet sich im Internetangebot des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt unter der Adresse www.clearingstelle-verkehr.de unter der Rubrik Aktuelles.

Az.: III 640 - 23

ICON/icon_verband ICON/icon_staedtebau ICON/icon_recht ICON/icon_finanzen ICON/icon_kultur ICON/icon_datenverarbeitung ICON/icon_gesundheit ICON/icon_verkehr ICON/icon_bau ICON/icon_umwelt icon-gemeindeverzeichnis icon-languarge icon-link-arrow icon-login icon-mail icon-plus icon-search