Mitteilungen - Wirtschaft und Verkehr

StGB NRW-Mitteilung 575/2005 vom 04.07.2005

Bedeutung von Klein- und Mittelstädten

Die Stadtforschung interessiert sich wieder stärker für die Klein- und Mittelstädte. Die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung hat einen Schwerpunkt ihrer Fachzeitschrift dem Thema Klein- und Mittelstädte gewidmet. Die wirtschaftliche Bedeutung der Klein- und Mittelstädte darf nicht unterschätzt werden, da fast die Hälfte aller Beschäftigten ihre Arbeitsplätze hier haben. Für die wirtschaftliche Entwicklung ist auch interessant, dass rund 48 % des verfügbaren Kaufkraftvolumens in Deutschland in Klein- und Mittelstädten seinen Ursprung hat.

Klein- und Mittelstädte, definiert als Städte zwischen 5 000 und 100 000 Einwohnern, bilden zahlenmäßig das Schwergewicht der Städte in Deutschland. Über 1 500 Klein- und Mittelstädten stehen nur ca. 83 Großstädte (davon vier über 1 Mio. Einwohner) in Deutschland gegenüber. Dennoch hat sich das Forschungsinteresse in der Vergangenheit eher auf die Großstädte und Metropolen gerichtet, während Klein- und Mittelstädte eher am Rande der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit standen. Für die Forschung wird dies damit erklärt, dass angenommen wurde, Entwicklungen der Großstädte würden sich quasi im verkleinerten Maßstab und auf niedrigerem Niveau aber ansonsten unverändert als nachholende Entwicklung Zeit versetzt auch in den Klein- und Mittelstädten abspielen.

Tatsächlich haben sich die gesellschaftlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland so stark geändert, dass diese Prämisse nicht mehr gelten kann. Die jahrzehntelange Suburbanisierung, überlagert von Bevölkerungswanderungen und einer Regionalisierung von Lebensmustern, wirft neue Fragen über die Positionierung von stadtregionalen Gebilden, aber auch von Klein- und Mittelstädte in verschiedenen räumlichen Kategorien (periphere Regionen, verdichtetes Umland von Kernstädten) auf.

Die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung hat daher einen Schwerpunkt der Fachzeitschrift „PLANERIN“ unter den Titel „Klein- und Mittelstädte – Unterschätzte Potenziale“ gestellt (Heft 2-05).

Die Beiträge behandeln die Frage, wie Kommunen das Know-how erwerben können, um trotzt interkommunalen Wettbewerbes regionale Zusammenarbeit zu unterstützen. Vor dem Hintergrund der Erkenntnis eines Forschungsprojektes beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordung zu Entwicklungsperspektiven von Mittelstädten, nach der die Konkurrenzfähigkeit von Mittelstädten nicht nur die Bevölkerungsentwicklung und die Arbeitsmarktzentralität entscheidend ist, sondern auch das attraktive städtische und landschaftliche Umfeld eines Standortes. Ein weiterer Beitrag befasst sich daher auch mit der Frage, wie Kleinstädte mit schwierigen Umfeldbedingungen (periphere Lage, Bevölkerungswegzug) Entwicklungsperspektiven als Wohnstandorte nutzen können. Hierzu ist auch das sich wandelnde Rollenverständnis zwischen Bürgerschaft, Stadtpolitik und Stadtverwaltung von besonderer Bedeutung.

Nicht zuletzt wird auch das immer wieder in Diskussion befindliche zentralörtliche Gliederungssystem behandelt, das für die Funktion der Städte sowie für ihre wirtschaftliche Entwicklungsperspektive eine erhebliche Bedeutung hat.

Die Zeitschrift „PLANERIN“, Ausgabe 2-05 vom Juni 2005 mit dem Titel „Klein- und Mittelstädte – Unterschätzte Potenziale“ ist zum Einzelpreis von 13 € zu beziehen. Bestellung können gerichtet werden an die Adresse info@srl.de.

Az.: III 450 - 30

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